Vielfalt und Menge von Kunststoffen im Wald – Auswirkungen auf das Waldbodenökosystem - ForestHP

Zusammenfassung

Ungefähr ein Drittel der Fläche Deutschlands ist mit Wäldern bedeckt, so dass Waldböden den Wasserund
Stoffhaushalt der Landschaften maßgeblich prägen. Im Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten
Böden und Siedlungsflächen weisen sie geringere anthropogene Veränderungen auf und sind daher
schützenswerte, naturnahe Lebensräume. Der globale Eintrag von Kunststoffen ist jedoch auch für das
Waldökosystem ein bedeutenden Faktor, der die Funktionen der Waldböden beeinträchtigen kann.
Wesentliche Quellen des Kunststoffeintrags sind die Forstwirtschaft, die öffentliche Nutzung der Wälder als
Erholungsgebiet sowie der Straßen- und Bahnverkehr und ein indirekter Eintrag aus der Landwirtschaft.
Genaue Mengen sind unbekannt. Kunststoffbestandteile und Additive dringen in die Waldböden ein und
verändern deren chemische, physikalische und biologische Eigenschaften, mit direktem Effekte aufs
Ökosystem. Selbst bei einer effizienten Kunststoffreduktionsstrategie bleiben Altlasten im Waldökosystem
über Jahrzehnte bestehen, deren Effekte noch nicht vollständig verstanden sind. Erkenntnisse aus der
Landwirtschaft lassen sich aufgrund unterschiedlicher Bodennutzung kaum übertragen.
Das Projektziel von Forest Health & Plastics (HP) ist fünfarmig angelegt: i) Identifikation
Kunststoffeintragsarten in repräsentativen Waldflächen. ii) Quantifizierung der Eintragsmenge. iii)
Charakterisierung der Effekte auf den Waldboden und mikrobielle Anreicherung. iv) Integration der Effekte
in eine Ökobilanzierung. v) Weitergabe der fundierten Erkenntnisse an Waldeigentümer und Öffentlichkeit.
Forest HP wird eine wissenschaftliche Basis für Maßnahmen zur Reduktion des Kunststoffeintrags in
Waldökosysteme schaffen. Im Projektverlauf werden verschiedene Zielgruppen wie Forst, Produkthersteller
von Wuchshüllen und die breite Öffentlichkeit eingebunden, ein Austausch mit Ministerien findet statt.
Langfristig soll eine Sanierungsstrategie für stark belastete Waldböden entwickelt werden.


Verbundprojektleitung

Project duration

2025-11-15 - 2028-11-15

Project partners

Project funding

Funding programme

FPNR 2024_Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen

Sustainable Development Goals